Raff & Grieg
Fr 04.Apr 2025 12.15In Lachen/SZ geboren, in Deutschland zu Ruhm gekommen, darf Joachim Raff als wichtigster Schweizer …
Wie kaum jemand sonst seit Joseph Haydn hat es Antonín Dvorák verstanden, anspruchsvolle Musik für eine breite Hörerschaft zu komponieren. Sein 1893 in den Sommerferien in Iowa geschriebenes Streichquartett ist ein besonders glückliches Beispiel. Exquisite Kammermusik und Publikumsliebling zugleich, bietet es eine Fülle von Zugängen. Ob nun amerikanische Steppe oder tschechischer Wald daraus klinge, ob Gattungstradition oder zukunftsweisende Melodik interessiere, ob Sonatenform-Verlauf oder impressionistische Stimmungen die Aufmerksamkeit fessle, spielt keine Rolle: Dvoráks Musik ist für alle Ohren, "ausgenommen für lange ohren nicht", wie Mozart über seine eigene Musik sagte. Seit Beethoven können Streichquartette auch ganz persönliche, intime Botschaften tragen. In diese Tradition reiht sich Dmitri Schostakowitsch ein. Sein siebtes, lakonisch kurzes und aus wenigen Motiven gewonnenes Quartett (1960) hat er dem Andenken seiner ersten Frau gewidmet. Aber damit ist eigentlich noch kaum etwas gesagt: Drückt es Trauer, Grimm, Nostalgie oder Humor aus? Ein Rezensent nannte es treffend "voller Geheimnisse und ein wenig geisterhaft", "von einer Subtilität, die schwer zu fassen ist".